Im Osten gehts schneller!
Die NBA Playoffs hatten bislang einige Überraschungen für uns auf Lager. Zwar sind viele Serien wie erwartet spannend, wie zum Beispiel Houston – Utah, aber es geht auch anders und das haben gestern gleich mal zwei Teams bewiesen, zwei weitere taten den nächsten Schritt in Richtung Semifinals.
Der Meister aus Miami zum Beispiel flog gleich mal in Runde ein sang- und klanglos mit 0-4 gegen die Chicago Bulls raus. Die letzten knapp 6 Minuten waren symbolisiert für die Heat-Saison, die scheinbar zum Scheitern verurteilt war. In diesem Zeitraum mussten die Heat mit dem Ausfall von Shaq, anschließend von Wade klar kommen, was sich als quasi unmöglich herausstellte. Dennoch schafften die Heat den Divisionstitel, aber nun das Aus gegen die starken Bulls. Schade, Heat, aber einen Meister, der in Runde 1 im darauffolgenden Jahr gesweept wurde, das gab es lange nicht mehr.
Auch das andere Team in Florida, die Orlando Magic mussten die Segel schon früh streichen, denn auch sie flogen mit 0-4 gegen den Favoriten des Ostens, die Detroit Pistons raus. Bitter für die Magic, die sich große Hoffnungen vor der Saison gemacht hatten.
Der Basketball in Florida ist also diese Saison absolut nicht erfolgreich gewesen. Aber auch bei anderen Teams sieht es dieses Jahr schlecht in den Playoffs aus:
Die Dallas Mavericks, Favorit auf den Titel und amtierender Vize-Meister, liegen nun mit 1-3 gegen die Golden State Warriors zurück, die immerhin bis vor dieser Saison 13 Jahre lang nicht mehr die Postseason erreichen konnten. Das ist bitter für die Mavs und blamabel zu gleich, auch wenn die Warriors der absolute Angstgegner der Mavs sind. Eine Niederlage gegen die Warriors wäre bitter.
Auch die Nets und die Suns führen derweil mit 3-1 in ihren Serien gegen die Raptos bzw. die Lakers. Die Lakers sind aber immer für eine Überraschung gut mit Kobe, man sollte sie nicht abschreiben, die Raptors dagegen werden wohl für die Offseason planen können.
Ausserdem könnte es heute zum dritten Sweep in der Eastern Conference kommen, wenn die Cavaliers auf die Wizards, die seit langer Zeit ohne Arenas und Butler auskommen müssen, treffen. Sollte es das dritte Spiel (von vier) werden, welches in nur vier Spielen beendet wird, so sollten sich einige Teams ihre Gedanken machen, dass der Osten wirklich schlechter ist als der Westen.
Köln ist deutscher Pokalsieger
Schon nach dem Spiel gegen Berlin war Vielen klar: Köln muss den Pokal gewinnen. Letztendlich geschah dies auch. Nachdem man Alba Berlin überraschend im Viertelfinale schlagen konnte, war der Weg frei für das Top Four.
Im ersten Halbfinalspiel konnten sie sich gegen EnBW Ludwigsburg behaupten, Nadjfeji und Mallet waren mit 17 bzw. 22 Punkten Hauptverantwortliche für die Niederlage der Ludwigsburger, die sich mit 72:85 geschlagen in die Partie um Platz 3 begeben mussten.
Ein paar Defizite der EnBW waren, dass keiner richtig scoren konnte, niemand kam über 13 Punkte, nicht einmal Jerry Green, der eine noch so starke Saison hinter sich hatte. Auch Je’Kel Foster wusste nicht zu überzeugen.
Auf Seiten der Rheinländer sah es hingegen anders aus. Neben Mallet und Nadjfeji konnte Defense Player of the Year Immanuel McElroy 12/9/2(Steals) auflegen. Marcin Gortat machte zwar nur 7 Punkte und holte 2 magere Bretter, konnte aber 3 Würfe blocken.
Hier Statements der Trainer:
EnBW-Coach Silvano Poropat: „Gratulation an Sasa Obradovic und seine Mannschaft. Köln hat mit mehr Energie gespielt. Sie waren schneller und haben die wichtigen Würfe getroffen. In der ersten Halbzeit hatten wir Probleme mit Aleksandar Nadjfeji und Demond Mallet. Im zweiten Durchgang lief es dann besser; und nach 30 Minuten sind wir endlich aufgewacht. Als Jerry Green jedoch mit fünf Fouls raus musste, wurde es für uns wieder schwerer.“
RheinEnergie-Coach Sasa Obradovic: „Der Schlüssel zum Sieg war heute, dass wir weniger Ballverluste als in den vorausgegangenen Ligaspielen hatten. Zudem sind wir sehr diszipliniert aufgetreten und haben von jedem Spieler eine Extraportion Energie erhalten.“
In Spiel 2 des Halbfinales setzte sich Quakenbrück gegen Bremerhaven durch. 78:79 (44:33), ein knapperes Spiel gab es kaum diese Saison.
Vor allem der Artlander Jan Rohdewald, dessen Bruder ab der nächsten Saison ganz in der Nähe den UBC Münster trainieren wird, konnte mit seinen 15 Punkten auf sich aufmerksam machen, alle waren 3er. Topscorer war allerdings Lamont McIntosch mit 17 Punkten und 3 3ern.
Bei den Nordfriesen konnte Jonusas die meisten Punkte erzielen, 16 an der Zahl.
Was man erst auf dem 2. Blick sieht, die Bank der Niedersachsen war besser, so machte diese 35 Punkte, die Eisbären konnten dagegen „nur“ mit 27 Bankpunkten dagegenhalten. Eine enorme Zahl an Turnovers hat sich Bremerhaven auch geleistet, ganze 18 verlorene Bälle stehen den 7 Turnovern von Quakenbrück gegenüber.
Im Spiel um Platz 3 konnte Ludwigsburg die Eisbären mit 82:74 schlagen, mit 29 Punkten war Gordon Scott nicht nur Topscorer dieses Spiels, sondern auch des gesamten Top 4 Turniers. Eigentlich macht der Flügel der Schwaben nur 7 Punkte pro Spiel in der BBL, konnte aber heute enorme Akzente setzen, eigentlich machte er den Unterschied zwischen den beiden Teams, PG Jerry Green machte, wie schon im ganzen Top 4, ein Spiel, welches unter seinem Normal-Level lag.
Der Trainer der Eisbären Bremerhaven, Sarunas Sakalauskas, fand auch schon gleich eine Ausrede für die Niederlage:“Wir waren müde, unter anderem auch deshalb, weil wir gestern zwei Stunden später gespielt haben und somit weniger Zeit zur Regeneration hatten.“
Aber er sagte auch: „In dem ausgeglichenen Spiel hat auch Gordon Scott letztlich den Unterschied gemacht.“
Das Finale war fast so spannend, wenn nicht sogar noch spannender als das Spiel der Drachen gegen die Eisbären. Mit 60 zu 58 konnten die Kölner ihren 3. Pokalsieg in den vergangenen 4 Jahren feiern.
Grund war einerseits sicherlich die Defensive Leistung der Kölner, man konnte insgesamt 8 Würfe blocken, 5 davon kamen von Marcin Gortat, der zudem noch 10 Punkte und 5 Rebounds dazusteuerte, allerdings am Ende auch mit 5 Fouls vom Platz flog.
Topscorer war Demond Mallet mt 21 Punkten, von denen er 12 allein durch Dreier machte. Kapitän Nadjfeji machte nur 4 Punkte und 8 Rebounds, dazu noch 8 Turnover. Eigentlich zuviel für den intelligentesten Spieler der BBL.
Auf Seiten der Quakenbrücker konnte der Münsteraner Jan Rohdewald seine Leistung vom Halbfinalspiel nicht noch einmal abrufen, er konnte nur 5 Punkte erzielen. Die meisten Punkte erzielte Niklas Medley mit 13, gefolgt von Adam Hess mit 12.
Top Rebounder war Devin Green mit 8 Brettern, allerdings enttäuschte er über das ganze Spiel mit nur 4 Punkten, 4 Fouls und 3 Turnovern.
Das sagten die Trainer zu dem Spiel:
Kölner Trainer Sasa Obradovic: „Wir haben uns zu diesem Termin sehr gut gefühlt. Wir haben schon gestern sehr gut gespielt und haben in der ersten Halbzeit dort weitergemacht. Wir haben im dritten Viertel den Faden verloren, obwohl wir eigentlich einen Plan hatten. Dies hatte auch mit der guten Verteidigung von Artland zu tun. Wir haben in dieser Phase schlechte Entscheidungen getroffen. Danach haben wir Charakter gezeigt und dagegen gehalten.“
Dragons Coach Chris Fleming: „Erst einmal Glückwunsch an Köln zum Titelgewinn. In der ersten Halbzeit hat Köln uns förmlich aus der Halle gerannt. In der zweiten Halbzeit haben wir wieder zu unserem Spiel gefunden, aber Köln hat weiter dagegen gehalten. Wir haben, wie so oft, die erste Halbzeit verpennt. Zum Schluss hatten wir trotzdem genügend Chancen zu gewinnen. Wenn man eine Meisterschaft gewinnen will, dann muss man die zum Schluss gebotenen Chancen besser verwerten.“
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