Bamberg Meister der Basketball Bundesliga!
Am Dienstag Abend war es endlich so weit. Der Sieger der BBL wurde gefunden. Durch einen 64:63 Sieg durften die Brose Baskets Bamberg die Schale zum 2. mal hochhalten. Dirk Bauermann, Trainer der Baskets, schon zum 9. Mal. Damit ist er einer der erfolgreichsten, wenn nicht sogar der erfolgreichste Trainer Deutschlands. Zu verdanken hat er es Casey Jacobsen, dem Finals-MVP, Robert Garrett , Topscorer des gestrigen Spiels und seinem Aufbauspieler und Denker des Teams Steffen Hamann. Aber auch K’Zell Wesson der im Finale einen Reboundschnitt von 11,3 hatte. Dazu noch Center Darren Fenn, der in den ganzen Playoffs Einsatz zeigte und den Verletzen Chris Ensminger vertrat. Wegen der Verletzung durfte auch Jugend Nationalspieler Tim Ohlbrecht länger ran, und zeigte auch dementsprechende Leistungen, so war er doch Dienstag zur Halbzeitpause noch Topscorer des Teams.
Auf seiten der Quakenbrücker schmerzte vor allem der Ausfall des Aufbauspielers Filiberto Rivera, der in den Playoffs zur Leitfigur wurde. In vertrat Bryan Bailey, aber leider nicht gut genug. Auch Lamont McIntosh traf nicht mehr so hochprozentig wie gegen Köln oder Alba Berlin. Wer hingegen gut getroffen hat ist Jan Rohdewald. Ihm möchte ich meinen Respekt zollen, denn er hat in den Playoffs unglaubliche 53,3% von der 3er Linie getroffen. Für mich ist und bleibt er der beste Werfer der BBL. Auch noch vor Casey Jacobsen.
Das letzte Spiel verlief seit der ersten Minute, wo Fenn die ersten 3 Punkte erzielte, spannend. Im ersten Viertel konnte Quakenbrück sich zwar zeitweilig mit 10 Punkten absetzen, und gewann das Viertel mit 20 zu 12. Danach begann die Aufholjagd der Bamberger, die bis auf 2 Punkte herankamen, vor allem durch ihre wunderschöne Defense, sie ließen die ersten Minuten keinen Gegenkorb zu, und suchten durch Passpiel gezielt den freien Mann, der dann sicher Abschließen konnte. Meistens war dies Tim Ohlbrecht, der alle seiner 7 Punkte in der 1. Halbzeit machte, teilweise auch mit schön anzusehenden Dunks. Allerdings war die 3er Quote beider Teams grausam, so trafen die Brose Baskets ihren ersten 3er erst nach 14 versuchen. Auch Quakenbrück konnte von außen nicht Punkten, da Rohdewald und McIntosh keinen guten Tag hatten, jedoch trafen Bailey, Prewitt und Hess einige 3-Punkte-Würfe.
In der 2. Hälfte verlief das Spiel immernoch recht knapp, doch gegen Ende konnte Bamberg einen 7 Punkte Vorstand rausholen, nicht zuletzt durch die wunderbare Leistung der beiden deutschen Guards, Garrett und Hamann. Garrett zimmerte einen 3er nach dem anderen ein, vor allem in der Schlussphase als die Artlander wieder ran kamen-durch Adam Hess (der am Ende Topscorer des Spiels mit 21 Punkten war).
Doch entschieden war das Spiel schon fast als Quakenbrücker Center Darius Hall durch ein angebliches unsportliches Fouls rausflog. Er sprang zu einem möglichen Tip-in hoch, mit ausgestrecktem Arm, der Ball ging aber rein ins Netz. So kam Hall wieder runter, grade dabei seinen Arm einzufahren. Unglücklicherweise stand neben ihn Vincent Yarbrought. Im runterkommen kam Halls Arm an Vincents Nase, ob das beabsichtigt war, da kann man sich drüber streiten. Meiner Meinung nach war es ein unglücklicher Unfall. Doch Hall bekam das unsportliche Foul. Also bekamen die Bamberger 2 Freiwürfe + Ballbesitz.
Aber die Niedersachen gaben immer noch nicht auf, und kämpften sich bis in die Schlusssekunden auf einen Punkt ran. In den letzen 7 Sekunden hatten sie sogar Ballbesitz. McIntosh stürmt nach vorne, kämpft sich durch die Reihen zum Korb. Er hat Platz zum Korbleger, legt ab und-verlegt. Canar-Medley kann den Tip-In nicht machen. Prewitt kriegt den Ball noch in seine Hände aber kriegt den Ball nicht durchs Netz. Als die Schlusssirene ertönte springt die Bamberger Bank jubelnd auf und fängt an zu feiern. In der Halle der Dragons herrscht auch kurzes schweigen doch man wird sich letztendlich bewusst das man 2. geworden ist, wobei man so grade eben in die Playoffs gekommen ist, als achter . Das hat noch kein Team vorher geschafft. Genauso wenig wie man seit endlosen Jahren Alba Berlin nicht mehr in der ersten Runde gesweept hat.
Die Brose Baskets sind dieses Jahr zum 2. Mal nach 2005 meister geworden, und spielen seit Jahren Basketball den man mit dem von Berlin messen kann, dieses Jahr sogar noch mehr. Doch wie die Zukunft aussehen wird ist ungewiss. Berlin hat das größere Etat und man bangt um die Verlängerung von Leistungsträger Casey Jacobsen, den es vielleicht in die NBA ziehen wird. Man kann also auf eine spannende Offseason hoffen.
Köln ist deutscher Pokalsieger
Schon nach dem Spiel gegen Berlin war Vielen klar: Köln muss den Pokal gewinnen. Letztendlich geschah dies auch. Nachdem man Alba Berlin überraschend im Viertelfinale schlagen konnte, war der Weg frei für das Top Four.
Im ersten Halbfinalspiel konnten sie sich gegen EnBW Ludwigsburg behaupten, Nadjfeji und Mallet waren mit 17 bzw. 22 Punkten Hauptverantwortliche für die Niederlage der Ludwigsburger, die sich mit 72:85 geschlagen in die Partie um Platz 3 begeben mussten.
Ein paar Defizite der EnBW waren, dass keiner richtig scoren konnte, niemand kam über 13 Punkte, nicht einmal Jerry Green, der eine noch so starke Saison hinter sich hatte. Auch Je’Kel Foster wusste nicht zu überzeugen.
Auf Seiten der Rheinländer sah es hingegen anders aus. Neben Mallet und Nadjfeji konnte Defense Player of the Year Immanuel McElroy 12/9/2(Steals) auflegen. Marcin Gortat machte zwar nur 7 Punkte und holte 2 magere Bretter, konnte aber 3 Würfe blocken.
Hier Statements der Trainer:
EnBW-Coach Silvano Poropat: „Gratulation an Sasa Obradovic und seine Mannschaft. Köln hat mit mehr Energie gespielt. Sie waren schneller und haben die wichtigen Würfe getroffen. In der ersten Halbzeit hatten wir Probleme mit Aleksandar Nadjfeji und Demond Mallet. Im zweiten Durchgang lief es dann besser; und nach 30 Minuten sind wir endlich aufgewacht. Als Jerry Green jedoch mit fünf Fouls raus musste, wurde es für uns wieder schwerer.“
RheinEnergie-Coach Sasa Obradovic: „Der Schlüssel zum Sieg war heute, dass wir weniger Ballverluste als in den vorausgegangenen Ligaspielen hatten. Zudem sind wir sehr diszipliniert aufgetreten und haben von jedem Spieler eine Extraportion Energie erhalten.“
In Spiel 2 des Halbfinales setzte sich Quakenbrück gegen Bremerhaven durch. 78:79 (44:33), ein knapperes Spiel gab es kaum diese Saison.
Vor allem der Artlander Jan Rohdewald, dessen Bruder ab der nächsten Saison ganz in der Nähe den UBC Münster trainieren wird, konnte mit seinen 15 Punkten auf sich aufmerksam machen, alle waren 3er. Topscorer war allerdings Lamont McIntosch mit 17 Punkten und 3 3ern.
Bei den Nordfriesen konnte Jonusas die meisten Punkte erzielen, 16 an der Zahl.
Was man erst auf dem 2. Blick sieht, die Bank der Niedersachsen war besser, so machte diese 35 Punkte, die Eisbären konnten dagegen „nur“ mit 27 Bankpunkten dagegenhalten. Eine enorme Zahl an Turnovers hat sich Bremerhaven auch geleistet, ganze 18 verlorene Bälle stehen den 7 Turnovern von Quakenbrück gegenüber.
Im Spiel um Platz 3 konnte Ludwigsburg die Eisbären mit 82:74 schlagen, mit 29 Punkten war Gordon Scott nicht nur Topscorer dieses Spiels, sondern auch des gesamten Top 4 Turniers. Eigentlich macht der Flügel der Schwaben nur 7 Punkte pro Spiel in der BBL, konnte aber heute enorme Akzente setzen, eigentlich machte er den Unterschied zwischen den beiden Teams, PG Jerry Green machte, wie schon im ganzen Top 4, ein Spiel, welches unter seinem Normal-Level lag.
Der Trainer der Eisbären Bremerhaven, Sarunas Sakalauskas, fand auch schon gleich eine Ausrede für die Niederlage:“Wir waren müde, unter anderem auch deshalb, weil wir gestern zwei Stunden später gespielt haben und somit weniger Zeit zur Regeneration hatten.“
Aber er sagte auch: „In dem ausgeglichenen Spiel hat auch Gordon Scott letztlich den Unterschied gemacht.“
Das Finale war fast so spannend, wenn nicht sogar noch spannender als das Spiel der Drachen gegen die Eisbären. Mit 60 zu 58 konnten die Kölner ihren 3. Pokalsieg in den vergangenen 4 Jahren feiern.
Grund war einerseits sicherlich die Defensive Leistung der Kölner, man konnte insgesamt 8 Würfe blocken, 5 davon kamen von Marcin Gortat, der zudem noch 10 Punkte und 5 Rebounds dazusteuerte, allerdings am Ende auch mit 5 Fouls vom Platz flog.
Topscorer war Demond Mallet mt 21 Punkten, von denen er 12 allein durch Dreier machte. Kapitän Nadjfeji machte nur 4 Punkte und 8 Rebounds, dazu noch 8 Turnover. Eigentlich zuviel für den intelligentesten Spieler der BBL.
Auf Seiten der Quakenbrücker konnte der Münsteraner Jan Rohdewald seine Leistung vom Halbfinalspiel nicht noch einmal abrufen, er konnte nur 5 Punkte erzielen. Die meisten Punkte erzielte Niklas Medley mit 13, gefolgt von Adam Hess mit 12.
Top Rebounder war Devin Green mit 8 Brettern, allerdings enttäuschte er über das ganze Spiel mit nur 4 Punkten, 4 Fouls und 3 Turnovern.
Das sagten die Trainer zu dem Spiel:
Kölner Trainer Sasa Obradovic: „Wir haben uns zu diesem Termin sehr gut gefühlt. Wir haben schon gestern sehr gut gespielt und haben in der ersten Halbzeit dort weitergemacht. Wir haben im dritten Viertel den Faden verloren, obwohl wir eigentlich einen Plan hatten. Dies hatte auch mit der guten Verteidigung von Artland zu tun. Wir haben in dieser Phase schlechte Entscheidungen getroffen. Danach haben wir Charakter gezeigt und dagegen gehalten.“
Dragons Coach Chris Fleming: „Erst einmal Glückwunsch an Köln zum Titelgewinn. In der ersten Halbzeit hat Köln uns förmlich aus der Halle gerannt. In der zweiten Halbzeit haben wir wieder zu unserem Spiel gefunden, aber Köln hat weiter dagegen gehalten. Wir haben, wie so oft, die erste Halbzeit verpennt. Zum Schluss hatten wir trotzdem genügend Chancen zu gewinnen. Wenn man eine Meisterschaft gewinnen will, dann muss man die zum Schluss gebotenen Chancen besser verwerten.“
Basketballtag auf Premiere
Am heutigen Ostersonntag zwischen 17 Uhr und Uhr ludt Premiere zum Basketballtag ein und zeigte gleich drei Knüller hintereinander. Natürlich ließ ich mir diese Chance nicht nehmen und verfolgte gleich alle drei Spiele, also Basketball pur.
Brose Baskets Bamberg – ALBA Berlin 65:68
Das Topspiel der BBL war zugleich ein Leckerbissen auf den Rest des Tages auf Premiere. Bamberg emfängt Berlin, der Dritte emfängt den Ersten. Und die Fans sowie neutralen Zuschauer (wie auch ich) können sich nicht beschweren, es war ein sehr gutes Spiel. Durch die Niederlage der Brose Baskets und den gleichzeiten Sieg Kölns im Rhein-Derby über Bonn sind beide Teams nun gleich auf und ALBA ist einsame Spitze mit einer eindrucksvollen Bilanz von 48:10. Topscorer bei den Berlinern waren Julius Jenkins (15), sowie Chris Owens (15). Letzterer konnte sich zudem 16 Rebounds sichern. Auf Seiten der Bamberger war es der MVP-Kandidat und von den Denver Nuggets umworbene Casey Jacobsen mit 14 Punkten, jedoch mit schlechter Wurfquote (2/8). Den Sieg verdanken die Berliner vorallem Jenkins, der im letzten Viertel herausragte und ihrer geschlossenen Teamleistung, ebenfalls im letzten Viertel, welches man 24-13 gewann.
Cleveland Cavaliers @ Detroit Pistons 82-87
Das nächste Topspiel und endlich konnte der NBA-Part des Abends beginnen. Das beste Team im Osten (Detroit; 49-27) empfing das drittbeste (Cleveland; 46-32). Es schien also eine aufregende und spannende Partie zu werden, weil vorallem die Pistons ihren ersten Platz im Osten verteidigen wollten, um sich das Heimrecht in den Playoffs zu sichern. Die Zuschauer sahen zwei komplett verschiedene Viertel in Hälfte 1. Während die Pistons das erste klar mit 29-17 für sich entscheiden konnten, verloren sie im zweiten Viertel mit 24-15. Die zweite Hälfte war dann ausgeglichener und die Pistons konnten sich einem Spiel, was von Führungswechseln nur so wimmelte, knapp mit 79-74 durchsetzen. Matchwinner für die Pistons war der von der Bank kommende Rasheed Wallace, der bis zum Anfang des vierten Viertels noch ohne Punkt blieb und eine schlechte Quote aus dem Feld hatte. Dann schien der Knoten zu platzen und Sheed machte acht Punkte der Pistons in Folge und spielte fast alleine gegen die Cavs und ließ sie nie rankommen. Zum Ende hin wurde es dann nochmal ganz eng und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Pistons letzten Endes den Sieg einfuhren konnten. Topscorer des Spiels war Hamilton mit 21 Punkten, dicht gefolgt von LeBron James (20), den Tayshaun Prince sehr gut verteidigt hat.
Phoenix Suns @ LA Lakers 115-107
Der Suns Offensiv-Express hat wieder zugeschlagen. Die Suns gaben sich keine Blöße und besiegten die Lakers, die durch die Niederlage auf Platz 7 abrutschten und somit von den Nuggets überholt wurden. Aktuell hieße das Erstrunden-Duell der kommenden Playoffs ebenfalls LA gegen Phoenix, wie in der Vorsaison, als die Lakers den Suns Paroli bieten konnten und nur knapp mit 3-4 ausschieden.
Steve Nash feierte ein kleines Jubiläum in diesem Spiel. Er legte sein 50. Double-Double der Saison auf und unterstrich damit nochmals seine Ambitionen auf den Titel des wertvollsten Spielers der Liga. Matchwinner war aber ein anderer: Raja Bell. Er traf alle seine sechs Würfe von Draussen und machte einen ordentlichen Job gegen Kobe in Hälfte 2.
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